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Zen-Buddhismus
Die Geschichte des koreanischen Buddhismus
Kapitel


Die Zeit der Drei Königreiche (39 v.Chr. – 668 n.Chr.)

Als der Buddhismus erstmals in Korea eingeführt wurde, war die koreanische Halbinsel in die drei Königreiche Goh Gu Ryur (37 v.Chr. - 668 n.Chr.), Bäk Dschä (18 v.Chr. - 660 n.Chr.) und Sil Lah (57 v.Chr. - 935 n.Chr.) aufgeteilt.

Erstes Königreich

Der Buddhismus wurde in Goh Gu Ryur offiziell seit dem zweiten Jahr der Herrschaft von König Soh Su Rim (372 n.Chr.) angenommen, insbesondere durch den Erwerb von Buddha-Bildnissen und Sutren von Sun Do Snim, einem aus Ostchina stammenden Mönch. Tatsächlich war der damaligen Bevölkerung von Goh Gu Ryur jedoch der Buddhismus über private Kontakte bereits gut bekannt. Dass der Buddhismus in Goh Gu Ryur als Staatsreligion eingeführt wurde, diente somit in erster Linie der sakralen Erhöhung der Herrschergewalt und der Kontrolle über das Volk.

Zweites Königreich

Zwölf Jahre später, im ersten Jahr der Herrschaft von König Chim Ryu (384 n.Chr.), brachte ein als Marananda bekannter indischer Mönch den Buddhismus nach Bäk Dschä. Der Königshof von Bäk Dschä verbreitete den Buddhismus aktiv durch den nächsten Herrscher, König Ah Shin, der dem Volk verkündete, man solle durch Glauben an den Buddhismus ein glückliches Schicksal erlangen. Bäk Dschä leistete darüber hinaus einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung des alten Japan, indem es den Buddhismus in diesem Nachbarland verbreitete. So schickte etwa König Surng Myung eine Gesandtschaft mit einem steinernen Buddhabildnis und buddhistischen Schriften nach Japan, und koreanische Mönche wie Dahm Hyä übten durch Besuchsreisen und durch die Errichtung von Tempeln einen großen Einfluss auf die Herausbildung des frühen japanischen Buddhismus aus.

Drittes Königreich

Das dritte Königreich, Sil Lah, nahm den Buddhismus erst 527, also etwa 150 Jahre nach Goh Gu Ryur und Bäk Dschä an. Dies geschah zunächst unter großen Schwierigkeiten aufgrund der schwachen Herrschaftsgewalt in Sil Lah einerseits und des vergleichsweise starken Adels, der noch an den Lokalreligionen festhielt, andererseits. Anlässlich des Martyriums des königlichen Ministers I Chah Don nahm der Hof von Sil Lah den Buddhismus aber schließlich doch – im 14. Jahr der Regierung von König Burp Huhng (527 n.Chr.) – an.

Der Grund dafür, dass der Buddhismus sich in den drei Reichen unter königlichem Schutz schnell entwickeln konnte, lag darin, dass in diesen frühen Staatswesen das Königtum das Machtzentrum des Staates darstellte und der Buddhismus sich ausgezeichnet als geistliche Stütze dieses Machtzentrums eignete.


Der Name dieses Tempels ist Bul Guk Sa, was "Buddhaland" bedeutet; er wurde ursprünglich 535 während der Herrschaft von König Beop-heung erbaut. Der Tempel liegt am Stadtrand von Gyung-ju, der Hauptstadt in der Zeit des Vereinigten Sil Lah. Der gegenwärtige Baukörper ist das Ergebnis eines Wiederaufbaus in der Zeit der Herrschaft von König Gyong-dok (742-765) durch Kim Dae-seong, einen großen und berühmten, geschichtlich bedeutenden Ersten Ministers.
Die steinerne Buddha-Statue wird Surk Gul Ahm, also "Grotte des Buddha" genannt. Sie wurde zur gleichen Zeit wie der Tempel Bul Guk Sa, um 751, durch den berühmten Kim Dae-seong geschaffen. Surk Gul Ahm gilt als eine der schönsten Buddha-Statuen der Welt.

Vereinigtes Sil Lah (668 – 935 n.Chr. )

Sil Lah nahm den Buddhismus als herrschende Anschauung an, um die eigene Herrschaft zu befestigen und vereinigte im 8. Regierungsjahr von König Mun Mu die drei Königreiche, nachdem es die Nachbarländer Goh Gu Ryur und Bäk Dschä besiegt hätte.

Als Staatsreligion spielte der Buddhismus eine wichtige spirituelle Rolle in dem so vereinten Land, dem Vereinigten Sil Lah. Anfangs war es vor allem der Adel, der sich dem Buddhismus zuwandte, doch schließlich wuchs die Kenntnis des Buddhismus und der Glaube an ihn auch unter den einfachen Leuten immer mehr.

Während dieser Phase wurde der Buddhismus im Vereinigten Sil Lah von Persönlichkeiten wie dem großen Mönch Won Hyo, Ui Sang und Cha Dschang geprägt. Besonders diese drei Mönche ragen stellvertretendmit vielen anderen bedeutenden Mönchen heraus, die dazu beitrugen, die Zeit des Vereinigten Sil Lah zum goldenen Zeitalter des koreanischen Buddhismus zu machen.

In diesen frühen Jahren begannen sich fünf Hauptschulen des doktrinären Buddhismus herauszubilden: die Vinaya-Schule (kor.: Yul Jong), die Nirvana-Schule (Yolban Jong), die Dharma-Natur-Schule (Popseong Jong), die Avatamsaka-Schule (Hwaurm Jong) und die Yogacara-Schule (Popsang Jong).

Diese frühen Schulen sollten eine bedeutende Rolle für die spätere Entwicklung des koreanischen Buddhismus spielen und führten schließlich zum strahlenden Erblühen von zum koreanischen buddhistischen Erbe zählenden Denkmälern wie etwa der berühmten Sark-Gul-Ahm-Grotte, dem Bul-Guk-Sa-Tempel und anderer.

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Die Einführung des Zen-Buddhismus in Korea
(Die Neun-Berg-Schulen des koreanischen Zen)

Zen wurde in Korea erstmals durch den Mönch Toui eingeführt. In Sil Lah geboren, ging er im Jahre 784 zur Zeit der Tang-Dynastie nach China und kehrte nach vierunddreißigjährigem Aufenthalt 818 zurück.

Als Toui geboren wurde, hatte die buddhistische Kultur in Sil Lah ihren Höhepunkt bereits überschritten und trat in eine Phase des Niedergangs ein. Andererseits fiel die Lebenszeit Touis mit dem goldenen Zeitalter des Zen in China zusammen (etwa im 8. und 9. Jahrhundert). Während seines Aufenthaltes in China lernte Toui unter dem berühmten Zen-Meister Hsi Tang Chih Tsang (735-814). Neben Nan Chuan (748-835) und Pai Chang (720-814) galt Hsi Tang als einer der Fähigsten unter den 139 Dharma-Erben des großen Patriarchen Ma Dschu (709 – 788).

Der Mönch Toui erhielt von diesem Zen-Meister Hsi Tang Chih Tsang (kor.: Seo-Dang Ji-Jang) die Dharma-Übertragung. Auch von Pai Chang ist Touis Erleuchtung anerkannt worden; von ihm wird überliefert, Toui mit den Worten gepriesen zu haben: "Es scheint, dass die wahre Zen-Überlieferung Meister Ma Dschus China bald verlassen und über das Meer nach Sil Lah gehen wird."

Gleichzeitig mit Toui studierte auch eine Reihe anderer koreanischer Mönche im China der Tang-Zeit Zen. Diese Mönche kehrten später nach Sil Lah zurück und gründeten ihre eigenen Schulen und Tempel. Der chinesischen Tradition der Tang-Zeit folgend errichteten diese Gründermönche ihre Tempel in den Bergen, weshalb ihre Schulen 'Berg-Schulen' genannt wurden. Insbesondere neun dieser Berg-Schulen waren berühmt, die sogenannten Neun-Berg-Schulen, die alle innerhalb von hundert Jahren nach Touis Rückkehr aus China gegründet wurden (zwischen 828 und 931).

Im ausgeprägten Gegensatz zum Zen-Buddhismus, den Toui und die anderen Gründermönche aus China mitbrachten, war der koreanische Buddhismus zu jener Zeit ausschließlich an den Sutren ausgerichtet. So war etwa die Hwa-Om-Schule Ui Sangs (Schule der Avatamsaka-Lehre) zur wohlhabendsten und einflussreichsten aller doktrinären Schulen geworden und übte daher den größten Einfluss auf die scholastische Ausrichtung des Sil Lah- Buddhismus aus.

In dieser Situation wurde der Mönch Toui der erste Zen-Meister in Korea, der die Vormachtstellung, ja überhaupt den Wert der Sutra-Schulen offen in Frage stellte. Während der nächsten hundert Jahre wurde in Korea zwischen Zen und den doktrinären (Sutra-) Schulen schärfer unterschieden, als dies jemals in China der Fall gewesen war.

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Der Buddhismus der Goh-Ryur-Dynastie (935 – 1392)

Wang Geon, der Gründer der Goh-Ryur-Dynastie, der unter dem Namen König Tae Jo (918 – 943) an die Macht kam, war ein frommer Buddhist und pflegte freundschaftlichen Umgang mit vielen Zen-Mönchen. Er war überzeugt, dass die Errichtung der Goh-Ryur-Dynastie nur durch den Segen Buddhas möglich war. Demzufolge beschützte er den Buddhismus und ließ viele Tempel errichten.

Unterdessen begann die Zen-Schule, die in Korea in der späten Phase des Vereinigten Sil Lah Fuß gefasst hatte und sich während der Goh-Ryur-Dynastie eigenständig entwickelt hatte, immer mehr, den koreanischen Buddhismus zu prägen.

Der Buddhismus wurde in der Goh-Ryur-Periode nicht anders als in Sil Lah als die Nation beschützende Religion angesehen. Aufgrund der geographischen Lage fielen die Nachbarländer häufig in Goh Ryur ein. Seinerzeit wurde der gewaltige buddhistische Kanon in vierundachtzigtausend Holztafeln eingeschnitzt, um feindliche Invasionen durch die Anrufung der Kraft der Lehren Buddhas abzuwehren. Das andere Motiv für die Ausführung dieses ungeheuren Werks stellte die Beendigung der Auseinandersetzungen zwischen den Seon (Zen-) und den Gyo (doktrinären) Schulen dar. Diese gewaltige Aufgabe wurde in den frühen Jahren des 11. Jahrhunderts zur Zeit der Herrschaft von König Hyon Jong (1011) begonnen und im vierten Jahr der Herrschaft von König Seonjong (1087) vollendet, erstreckte sich also über den langen Zeitraum von 77 Jahren. Unglücklicherweise verbrannten die Holztafeln während der Mongoleneinfälle im 19. Regierungsjahr des Königs Go Jong (1232). Infolgedessen wurde im 23. Regierungsjahr des Königs Go Jong (1236) das historische Unternehmen des Schnitzens des Tripitaka erneut begonnen und der großartige, aus 81.258 Holzblöcken bestehende buddhistische Kanon wurde schließlich im 38. Regierungsjahr von König Go Jong (1251) vollendet.

Dieser buddhistische Kanon aus achtzigtausend Stücken war einer der größten Errungenschaften des Goh-Ryur-Buddhismus und des koreanischen Buddhismus überhaupt und wird noch heute im Jang Gyong Gak des Hae-In-Sa Tempels wohl verwahrt.

Einen der Hintergründe des ersten Tripitaka-Schnitz-Vorhabens bildete die Gründung einer Unternehmung zur Veröffentlichung buddhistischer Schriften durch den Mönch Uichon (den Nationalen Lehrer Dae Gak). Uichon war der erste, der eine Versöhnung zwischen den beiden Schulen, Seon und Gyo, erreichte und stellt eine der Gründerfiguren der koreanischen buddhistischen Geschichte dar. Uichon, der Nationale Lehrer Dae Gak, war der vierte Sohn des Königs Munjong (1046-1083); er wurde Mönch und reiste 1085, im Alter von 30 Jahren, gegen den Willen seines Vaters heimlich in das China der Sung-Dynastie .

Nach seiner Rückkehr aus China versuchte Uichon die Auseinandersetzungen zwischen den Seon- und Gyo-Schulen zu schlichten. Doch er starb früh, im Alter von 46 Jahren und das Experiment kam zum Stehen. Seine Vollendung blieb dem Zen-Meister und Nationalen Lehrer Bojo Jinul (1158-1210) überlassen. Bojo Jinul bedeutet für den koreanischen Zen, was der sechste Patriarch Hui Neng für den Chinesischen Zen ist.

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Joh Surn Dynastie, auch bekannt als Yi-Dynastie
(1392 – 1910) –
Buddhismus unter der Yi -Dynastyie

Der Gründer der neuen Dynastie, Yi Taejo (1392 – 1398) war zwar persönlich ein Buddhist, der von Muhak Daesa, dem Nachfolger von Zen-Meister Naong Hye Geun (1320 – 1376, die letzten Jahre der Goh-Ryur-Dynastie) zum Buddhismus bekehrt worden war, politisch verdankte er seine Macht jedoch den Neokonfuzianern. Er übernahm den Buddhismus als einfache Religion und den Konfuzianismus als gesellschaftlich-administratives System. Infolgedessen waren die Maßnahmen gegen die buddhistische Oberschicht in erster Linie ökonomischer Natur und waren weder zu streng, noch zu mild.

Diese Politik änderte sich allerdings unter dem dritten König der Yi-Dynastie, Taejong (1400 - 1418), einem jüngeren Sohn von Taejo. Taejong arbeitete fortwährend daran, den wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Einfluss des Buddhismus zu verringern, während er zugleich die Ideen des Neokonfuzianismus in zunehmendem Maße förderte.

Schließlich ging man dazu über, den Buddhismus aktiv zu unterdrücken. Man sah ihn als eng verbunden mit den Herrschern und Verwaltungsbeamten der Goh-Ryur-Dynastie an, die so korrupt geworden waren, dass sie zu effektiver Einflussnahme nicht mehr fähig waren. Seit dieser Zeit setzte sich die antibuddhistische Politik der Yi-Dynastie für fast 500 Jahre fort.

Trotz dieser Unterdrückung von amtlicher Seite spielte der Buddhismus als Religion dennoch auf allen gesellschaftlichen Ebenen weiterhin eine Rolle. Das berühmteste Beispiel hierfür stellt die Tatsache dar, dass während der japanischen Invasion im späten 16. Jahrhundert buddhistische Meister wie Hyoo Jurng (Seo San Dae Sa) eine Streitmacht aus Mönchen zur Rettung des koreanischen Volkes bildeten und die Eindringlinge aus dem Land vertrieben. Entgegen der Absicht der seinerzeitigen Führung des Landes wurde der Buddhismus in der Kultur und dem Glauben des einfachen Volkes damals noch tiefer verwurzelt.

Heutige Zeit (1910 – heute)

Während der japanischen Besetzung (1910 - 1945) warf der verzerrende Einfluss des japanischen Buddhismus einen dunklen Schatten über den koreanischen Buddhismus, der durch die politische Unterdrückung von Seiten der Japaner zunehmend an Identität verlor. Aufgrund des korrumpierten Systems wurden viele Tempel von verheirateten Mönchen geleitet.

Nachdem Korea 1945 die Unabhängigkeit erlangt hatte, ergriff die Regierung die Initiative und wies verheiratete Mönche aus den Tempeln aus, sodass die Bhikkhus und Bhikkhunis ihre frühere Stellung wieder einnehmen konnten. Der koreanische Buddhismus gelangte damit an einen neuen Wendepunkt. Von nun an wurde die Tradition des Jogye- Ordens als des repräsentativen koreanisch-buddhistischen Ordens wieder hergestellt. Die koreanischen Buddhisten vereinten sich in der Anstrengung, Unabhängigkeit und Eigenständigkeit wieder herzustellen und versuchten ihre Klöster, die durch die Auflagen der japanischen Kolonialherren ernstlich geschwächt waren, zu reinigen

Ein Beispiel hierfür stellt die Buddhistische Reinigungs-Bewegung der 50-er Jahre dar, eine Entwicklung des erneuerten Buddhismus in Korea, die sowohl von der monastischen Sangha als auch von Laienanhängern geleitet wurde.

Die Zen-Schule übte auch einen günstigen Einfluss auf die Reform der koreanischen buddhistischen Geistigkeit aus, die sich in der Zeit nach der japanischen Herrschaft dem Stil des japanischen Buddhismus anverwandelt hatte. So hat Zen immer dafür gesorgt, dass ein frischer Wind in den koreanischen Buddhismus wehte, wann immer er sich in eigenen Gegensätzen verfangen hatte und daher Hilfe zu seiner Rettung brauchte

Und daher "ist die Erscheinung des koreanischen Buddhismus, der den ursprünglichen Geist des Buddha bewahrt hat, der die Überlieferung und die Regeln des vereinten Buddhismus ernstlich im Blick behält, der Seon (Zen) und die Lehre als eines ansieht, noch immer lebendig im Buddhismus der heutigen Zeit".


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